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Bewerbungstipps
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Einer für alle, alle für einen.
Als teamorientiert gilt, wer nicht nur effektiv im Team arbeiten
kann, sondern wessen gesamte Denk- und Arbeitsweise dem Teamgeist
untergeordnet ist: Das erhöht die Schlagkraft und Effizienz
einer Gruppe. Einzelkämpfer, die ungern Lösungen
gemeinsam entwickeln oder sich schwer tun, Aufgaben in Zusammenarbeit
mit anderen zu lösen, sind out. Denn Teamorientierung
ist eine Schlüsselqualifikation, die inzwischen fast
überall eingefordert wird.
Doch Vorsicht: Nicht selten verbirgt sich hinter diesem Schlagwort
eine Tendenz zum Gruppenzwang. Wer beim kollektiven Spargelessen
fehlt, weil er lieber mit Freunden als mit Kollegen ausgeht,
wird schnell als Verräter am gemeinsamen Unternehmen
abgestempelt. Individualisten tun sich deshalb mit diesem
Soft Skill manchmal schwer.
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Wer kommunikationsfähig ist, kann
Botschaften klar und deutlich formulieren. Das heißt,
er oder sie macht es dem Gegenüber einfach, die Message
auch richtig zu verstehen. Noch vielmehr bedeutet Kommunikationsfähigkeit
jedoch, Botschaften anderer richtig zu interpretieren. Dazu
gehört nicht nur, gut zuzuhören, sondern auch alle
anderen Signale wie Mimik, Gestik und Körperhaltung zu
entschlüsseln und entsprechend darauf zu reagieren. Als
kommunikationsfähig erweist sich am Ende derjenige, der
mit anderen gut kann.
Achtung: Häufig verbinden Personaler mit Kommunikationsfähigkeit
die simple Gabe, viel zu reden. Sie sollten dieses Soft Skill
deshalb weder im Bewerbungsanschreiben noch im Vorstellungsgespräch
allzu deutlich in den Vordergrund stellen. Sie könnten
sonst leicht in den Verdacht des geschwätzigen Tratschmauls
geraten, dessen Wortschwall alle Kollegen von der Arbeit abhält.
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Organisationsfähigkeit ist die Gabe,
Termine und Arbeitsabläufe so zu planen und zu ordnen,
dass die eigene Arbeitskraft möglichst optimal genutzt
wird. Organisationstalente setzen Prioritäten. Das Wichtigste
wird zuerst erledigt. Unwichtige Arbeiten stehen hinten an.
Bei Führungspersonen bezieht sich dieses Soft Skill daher
auch auf die Fähigkeit, einen bestimmten Verantwortungsbereich
effizient zu strukturieren.
Vorsicht. Häufig verbirgt sich hinter dem Anspruch des
Arbeitgebers nach perfekter Organisation der Wunsch, dass
der anschwellende Berg der zu bearbeitenden Unterlagen auch
ohne Überstunden gut bewältigt wird. Klappt das
nicht, fehlt es vielleicht an der Effizienz. Doch vergessen
Sie nicht: Wenn Sie viel Arbeit gut organisieren, liegt auf
Ihrem Schreibtisch immer noch viel gut organisierte
Arbeit.
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Geistige Beweglichkeit wird heute an fast
allen Arbeitsplätzen eingefordert. Denn die rasche technische
Entwicklung und die konstanten Veränderungen von Märkten
verlangen ein hohes Maß an Anpassungsvermögen von
Unternehmen und Arbeitnehmern. Dahinter verbirgt sich nichts
anderes als die Bereitschaft ständig Neues kennen zu
lernen und sich weiterzuentwickeln. Das gilt für das
Erlernen eines neuen Computerprogramms ebenso wie für
das Einarbeiten in einen neuen Aufgabenbereich.
Doch die viel beschworene Flexibilität hat auch ihre
Schattenseiten. Der Begriff wird zum Euphemismus, wenn Vorgesetzte
von Ihren Mitarbeitern nonstop Einsatz und Bereitschaft zu
Überstunden verlangen. Wird dieses Soft Skill im Stellenangebot
besonders betont, heißt das, dass Sie an diesem Arbeitsplatz
gute Nerven brauchen.
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Die Soft Skill Mobilität ist die kleine
Schwester der Flexibilität. Denn auch räumlich muss
der ideale Arbeitnehmer von heute unbedingt beweglich bleiben.
Das gilt vor allem für das Management. Die globalen Märkte
zwingen Unternehmen wie Arbeitnehmer schnell auf neue Standortfaktoren
zu reagieren. Daher ist für den Karrieresprung in Führungspositionen
dieses Soft Skill häufig Grundvoraussetzung.
Achtung: Wer Mobilität als explizite Anforderung an die
Bewerber in einer Stellenanzeige liest, sollte sich auf einen
baldigen Umzug gefasst machen.
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Ein kluger Kopf allein macht keinen erfolgreichen
Manager. Mit dieser These brachte Daniel Goleman Mitte der
90er-Jahre das moderne Personalwesen ins Wanken. In zunehmendem
Maße gilt seither die emotionale Intelligenz
oder auch soziale Kompetenz genannt als Schlüsselqualifikation
auf dem Arbeitsmarkt. Gemeint ist immer dasselbe: Intuitives,
natürliches Geschick im Umgang mit Kollegen
und Mitarbeitern. Mit dazu gehören Soft Skills wie Team-,
Kommunikations- und Integrationsfähigkeit.
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Wer die Lust am Arbeiten verliert, arbeitet
auf Sparflamme. Der Gedanke an den nächsten Urlaub beherrscht
den Kopf weitaus mehr als das nächste Projekt. Eine solche
Einstellung lässt die Produktivität natürlich
sinken. Psychologen verstehen unter Motivation die Summe aller
Gründe, die menschliches Handeln in Gang setzen. Motivation
ist sozusagen der Motor des eigenen Antriebs und der sollte
möglichst von selbst angeworfen werden, ohne dass andere
unentwegt Benzin nachfüllen müssen. Als hoch motiviert
gilt am Arbeitsplatz daher, wer in hohem Maß bereit
ist, sich für seine Arbeit einzusetzen, ohne dass sein
Chef ihn ständig antreiben muss.
Das Idealbild: der Mitarbeiter, der jeden Tag gut gelaunt
am Arbeitsplatz erscheint und mit einem Lächeln im Gesicht
allen Stress positiv empfindet auch wenn der Computer
ständig abstürzt, Kunden und der Chef meckern, schließt
er oder sie abends heiter die Tür und freut sich auf
morgen. Die Wirklichkeit sieht leider häufig anders aus:
In vielen Branchen macht sich wegen permanenter Überforderung
der Mitarbeiter das Burn-out-Syndrom breit.
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Potenzielle Führungskräfte sollten
die eigenen Ideen, Ziele und Vorstellungen im Kollegenkreis
durchsetzen können. Kommt es zum Konflikt, bloß
nicht zurückstecken, keine Schwäche zeigen und die
eigene Position deutlich und entschieden vertreten. Und das
tut, wer ab und zu deutlich auf den Tisch schlägt und
sagt So wird es gemacht. Ohne Durchsetzungsvermögen
des Chefs ähnelt das Team, die Abteilung oder die Firma
bald einem Debattier-Club. Die meisten Vorgesetzten bringen
diese Gabe ganz von selbst mit. Denn nur wer sich gegen andere
durchsetzt, kommt auch eine Etage höher.
Der Ruf nach Durchsetzungsstärke ertönt in vielen
Stellenanzeigen. Dahinter verbirgt sich der Wunsch der Unternehmen
an ihr Führungspersonal, trotz abflachender Hierarchien
von Zeit zu Zeit Autorität zu zeigen. Das muss jedoch
nicht immer das einzig mögliche Erfolgsrezept sein: Denn
nicht immer hat der patriarchalische Führungstyp seine
Mitarbeiter besser im Griff als der sanfte Kreative.
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Als kreativ gelten gemeinhin Künstler.
Mit Malen, Schreiben oder Komponieren hat Kreativität
im Arbeitsleben nicht viel zu tun. Dennoch: Kreativ sein heißt
Neues schaffen. Und das ist im Arbeitsleben bitter nötig.
Kreativ verhält sich, wer eigenständig neue Lösungen
für alte Probleme findet, neue Ideen in den Raum stellt
und durch seinen Einfallsreichtum besticht. Das kann auch
ein neues Organisationssystem der Aktenordner sein. Dieses
Soft Skill erfordert in hohem Maße Fantasie, Imagination
und Assoziationsvermögen.
Vorsicht ist geboten, wenn Sie dieses Soft Skill in einer
Stellenanzeige finden. Besonders häufig suchen kleine
Start-up-Firmen nach Mitarbeitern mit kreativem Potenzial.
Gefragt ist hier schnelles Umschalten und die Fähigkeit,
mit vielen neuen Ideen spezifischen Problemen dieser Unternehmen
in der Konsolidierungsphase zu begegnen. Machen Sie sich an
diesem Arbeitsplatz auf einige Hektik gefasst.
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Analytisches
und logisches Denken |
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Analytisches Denken hat mit der Fähigkeit,
Prozente blitzschnell im Kopf zu rechnen oder hoch komplizierte
mathematische Aufgaben zu lösen, recht wenig zu tun.
Logiker besitzen vielmehr die Fähigkeit, Sachverhalte
mit der passenden Wenn-dann-Formel zu durchleuchten.
Dazu gehört die Gabe, Zusammenhänge zu erkennen,
sie richtig zu strukturieren und zu resümieren, sowie
die Fähigkeit diese richtig zu interpretieren und angemessenen
Schlüsse zu ziehen. Viele Einstellungstests arbeiten
daher mit kniffligen Textanalyseaufgaben, in denen die Bewerber
ihr analytisches Denkvermögen unter Beweis stellen sollen.
Bewerber sollten vor diesem Schlagwort in Stellenanzeigen
auf der Hut sein. Denn manches Mal heißt das, dass diese
Firma einen Analytiker auch dringend nötig hat, um schwer
überschaubare Zusammenhänge zu entwirren. Gerne
kursieren diese Anforderungen in Stellenanzeigen auch als
reine Imagepflege. Kein anderes Soft Skill vermittelt so schön
den Eindruck, in dieser Firma beschäftigten sich ganze
Think Tanks mit der Entwicklung neuer Marktstrategien.
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Quelle: Büro
für Berufsstrategie.
Marcus Reif
www.reif.org | Oktober 2001
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